Atemreglerwechsel

 

Da in der Sidemount-Konfiguration zwei völlig unabhängige Atemsysteme verwendet werden, ist es während des Tauchgangs erforderlich, zwischen den Systemen regelmäßig zu wechseln. Um diese Wechselvorgänge so sicher und kontrolliert wie möglich durchzuführen, ist eine immer gleich ablaufende Bewegungsfolge äußerst wichtig, die geübt wird, bis der Vorgang blind und im Schlaf beherrscht werden kann. 

Wichtige Punkte:

Den aktiven Atemregler erst dann aus dem Mund nehmen, wenn sich der "neue" Regler bereits wechselbereit vor der Nase befindet. Den "alten" Regler erst dann wegklippen, wenn der Wechsel auf das " neue System" erfolgreich stattgefunden hat. Dadurch wird sichergestellt, daß während des Wechsels beide Regler sofort benutzbar sind, falls es zu Problemen kommen sollte. Während des gesamten Ablaufs sollte kein Regler ungesichert herumhängen.

Besonders zu beachten ist beim  Wechsel  von rechter zu linker Flasche, daß keine Schlauchkreuzung der Atemreglerschläuche entsteht.

Nach dem Wechsel die enganliegende Position des weggeklipsten Reglers kontrollieren.

 

Es ist hilfreich, die Wechselintervalle in die Luft- und Tauchgangsplanung miteinzubeziehen. Einfaches Beispiel: Es wird nach Drittelregel getaucht, also ein Drittel des gesamten Luftvorrates für den Hinweg, ein Drittel Rückweg, ein Drittel Reserve. Nun können auch die Atemreglerwechsel diesem Rhyhtmus folgen, also: linke Flasche ein Drittel (z.B. von 180 bar bis 120 bar)  leeratmen, dann Wechsel auf rechte Flasche und diese ein Drittel (von 180 bar bis 120 bar) leeren. Nun ist ein Drittel des gesamten Luftvorrates verbraucht, und damit der Umkehrpunkt erreicht. Es wird nun ohne Wechsel das zweite Drittel der rechten Flasche verbraucht (von 120 auf 60 bar), um danach wieder auf die linke Flasche zu wechseln (von 120 auf 60 bar).

So ergibt sich automatisch eine überschaubare Gliederung des Tauchgangs hinsichtlich Strecke, Dauer und Luftvorrat, und man weiß jederzeit ohne großes Nachdenken, wieviel Luft in jedem Tank zur Verfügung steht.  Die Wechselintervalle können natürlich auch anders und öfter gewählt werden, wobei mit jedem Wechsel die Übersichtlichkeit des Ganzen abnimmt. Allerdings ändert sich mit dem Flaschendruck auch das Auftriebsverhalten der Tauchflaschen, daher wirken sich unterschiedliche Flaschendrücke zwischen rechter und linker Flasche negativ auf Trim und Wasserlage aus. Ein Unterschied von 60 bar zwischen den Flaschen ist eher als Obergrenze der Druckdifferenz anzusehen. Letztendlich muß das angemessene Vorgehen natürlich auf die Anforderungen des Tauchgangs abgestimmt werden.

Stets ist natürlich zu bedenken, daß theoretisch an jedem Punkt des Tauchganges ein Totalausfall eines der Systeme mithilfe des verbleibenden Systems überbrückt werden muß. Im o.g. Beispiel ist bis zuletzt die notwendige Reserve (120 bar pro Flasche am Umkehrpunkt) in beiden  Flaschen verfügbar, ein Totalausfall eines Systems kann jederzeit kompensiert werden.